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Bauen & Sanieren 2010

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Aktuell Aktuell

Aktuell Aktuell Sensibilisierungsarbeit Das Ressort für Bauten ist stets bemüht, die Bürger, Bauherren und Planer für moderne und zeitgenössische Architektur zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck wurden und werden Broschüren und Bücher verfasst, Seminare organisiert sowie Lokalaugenscheine mit Besichtigungen durchgeführt. „Unser Bemühen trägt inzwischen gute Früchte, dies zeigen die vielen Architekturpreise, mit denen unsere Bauten ausgezeichnet werden“, freut sich Landesrat Mussner. Stefano Casciani, Vize-Direktor von „domus“, stellt Südtirol ein tolles Zeugnis aus. Im Vorwort des Sonderhefts beschreibt er Südtirol unter dem Titel „Alice im Architekturland“ (mit Bezug auf das Märchen Alice im Wunderland) als zeitgenössisch märchenhafte Umgebung für besonders gelungene, moderne Bauten. Dabei stellt er insgesamt 80 beeindruckende Bauten des Landes, der Gebietskörperschaften, der Gemeinden, verschiedener Genossenschaften und auch von Privaten vor. Landesamt für Bauten setzt seit 1975 auf öffentliche Planungswettbewerbe und inzwischen konnten wir auch viele Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften von diesen Wettbewerben überzeugen“, freut sich Ressortdirektor Arch. Josef March. Für Arch. March ist es sehr wichtig, dass in der Jury neutrale, externe und hochqualifizierte Fachleute sowie Architekten von internationalem Ruhm sitzen. „Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigt, dass man Vertrauen hat zu dieser Art des Wettbewerbs“, meint March, dem es auch ein Anliegen ist, dass der Sieger dann auch mit dem Ausführungsprojekt und der Bauleitung beauftragt wird. „Es ist äußerst wichtig, dass die Projekte eines Wettbewerbs nicht in einer Schublade verschwinden. Die Landesverwaltung schaffte es bisher, fast 100 Prozent der Projekte ohne substanzielle Abänderungen zu realisieren. Da wir dafür sorgen, dass der Sieger das Projekt auch innerhalb kürzester Zeit bauen kann, herrscht stets großes Interesse an unseren öffentlichen Planungswettbewerben teilzunehmen“, machte March die Erfahrung. „Es ist nicht akzeptabel, dass ein Gebäude erst zehn bis 15 Jahre nach Beginn der Projektierung fertig gestellt wird. Nach so langer Zeit wäre das Projekt obsolet und keiner würde daraus einen Nutzen ziehen!“ Kultureller Auftrag Für Bautenlandesrat Florian Mussner ist Bauen auch ein kultureller Auftrag. Für ihn ist das Errichten eines Gebäudes und das Schaffen von Plätzen nur unter dem Aspekt der Funktionalität und der Technik zu wenig. „Wir legen auch Wert auf eine hohe architektonische Qualität. Technische Defekte bei einem Bau können ausgemerzt werden, wenn aber ein Projekt keine Qualität aufweist, das kann später nicht mehr korrigiert werden.“ Das Ausstellen der Siegerprojekte eines Planungswettbewerbes sei auch eine gute Gelegenheit, um die Bevölkerung für die Werte der modernen Architektur zu sensibilisieren. „Heute mag manches Gebäude eines genialen Architekten vielleicht als Fremdkörper und Provokation empfunden werden. In wenigen Jahren sind solche revolutionären bzw. futuristischen Gebäude aber schon Allgemeingut“, ist sich Bautenlandesrat Florian Mussner sicher. Holz: Gemütlich und nachhaltig Heute ist Holz der Baustoff der Zukunft. Architekt Karlheinz Castlunger aus Stern/Abtei baut seit 18 Jahren Häuser aus Holz. Häuser, die bereits vor 18 Jahren dem KlimaHaus-Standard B entsprachen. Karlheinz Castlunger Radius: Wann haben Sie Ihr erstes Holzhaus gebaut? K. Castlunger: Mein erstes Holzhausprojekt habe ich 1992 in Stern im Gadertal verwirklicht, nebenbei war es auch das erste Haus, das ich für meine Familie gebaut habe. fasziniert, dass dort alle Häuser aus Holz gebaut wurden. Radius: Und was in den USA geht, geht auch in Abtei ...? K. Castlunger: Nun ja, ich war jung, hatte bereits zwei Kinder und stand am Beginn meiner beruflichen Laufbahn. Der Bau eines Hauses in Holzständerbauweise war damit nicht nur eine ideologische Wahl, sondern auch ökonomisch von Vorteil. Das war früher ja auch schon so, nur wer Geld hatte, konnte sich ein Haus aus Stein leisten. Daher kommt ja auch der Ausdruck steinreich! Radius: Gab es Schwierigkeiten bei der Realisierung Ihres ersten Projektes? K. Castlunger: Nachdem ich endlich eine Firma gefunden hatte, denn eine einfache Blockhütte sollte es ja nun auch nicht gerade werden, eigentlich nicht. Allerdings, wenn die Gemeindebaukommission damals gewusst hätte, dass ich wirklich einen kompletten Holzbau errichte, dann wäre dieses Haus wahrscheinlich immer noch nicht gebaut. Ich wurde damals sehr wohl kritisiert und als unerfahrener Architekt hingestellt, aber als vier Monate später das Haus fertig stand und ich zu Weihnachten ein- Alice im Architekturland Casciani lobt dabei das Südtiroler Modell der öffentlichen Planungswettbewerbe, bei denen die Siegerprojekte in einem überschaubaren Zeitrahmen realisiert werden. „Mit öffentlichen Planungswettbewerben wird eine maximale Transparenz und Korrektheit bei der Auftragsvergabe gewährleistet. Das Radius: Wie sind Sie damals auf die Idee gekommen, Holzhäuser zu bauen? Holz war vor 18 Jahren doch eigentlich out als Baustoff.. K. Castlunger: Die Holzbauweise hat mich schon immer fasziniert, ich habe auch meine Doktorarbeit über die ladinischen Holzhäuser geschrieben. 1989 war ich nach dem Studium für ein Jahr in den USA und es hat mich 10 01/2010 01/2010 11

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