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Alpine Technologien 2017

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10 07/2017 Das Schnalstal – vom Geheimtipp Mitte der 1970er Jahre galt das Schnalstal mit der Gletscherbahn noch als Geheimtipp. Das änderte sich aber bald. Als Trainingszentrum und mit dem Tourismuspionier Leo Gurschler an der Spitze war Kurzras bald omnipräsent in den Medien. Diverse deutsche Tageszeitungen von der Süddeutschen bis Bild, Skimagazin, Sciare usw. berichteten regelmäßig vom Schnalstal. Franz Wimmer, damals zuständig für Marketing und Pressearbeit, erinnert sich: „Damals ging es wirklich rund in Kurzras. Für Superstar Ingemar Stenmark war Kurzras praktisch zur zweiten Heimat geworden. Zu Materialtests im Mai/Juni und von September bis November war das schwedische Team unter der Leitung von Trainer Hermann Noggler knapp vier Monate pro Jahr in Kurzras zum Training.“ Außer den Schweden trainierten am Hochjochferner auch die italienische Nationalmannschaft, Teams aus Norwegen, Amerika, Kanada und viele weitere aus dem alpinen Bereich. Dazu kamen noch Langläufer und Biathleten, Freestyler, und sogar die österreichischen Skispringer, mit Olympiasieger Karl Schnabl an der Spitze, trainierten auf dem Hochjochferner. An eine Aussendung erinnert sich Franz Wimmer noch ganz besonders: „Eine aktuelle Meldung von mir, die, damals noch per Telex versandt, weltweit von den Medien übernommen wurde: Ingemar Stenmark beim geheimen Abfahrtstraining im Schnalstal schwer gestürzt. Stenmark wurde per Hubschrauber zuerst ins Krankenhaus Bozen und später nach Innsbruck geflogen.“ Die Sensation war perfekt. Journalisten und Kamerateams aus Europa, Amerika und Japan kamen zusätzlich, um die Trainingsstrecke samt Unfallort zu filmen. Eine enorme Medienpräsenz Immer ein Garant für Pressemeldungen war natürlich Leo Gurschler selbst. „Wir haben kein Geld für teure Werbung, aber wir setzen Aktionen, mit denen wir in den Medien präsent sind“, so sein Credo. Dazu gehörte eine permanente Betreuung von Journalisten zu unterschiedlichsten Anlässen. „Wir waren damals bei den bekanntesten Weltcuprennen in Kitzbühel, in der Schweiz oder in Garmisch immer vor Ort – auch bei weiteren Sportveranstaltungen, wie z.B. beim Tennisturnier Am Rothenbaum in Hamburg, bei den Formel-1-Rennen in Zeltweg, Hockenheim oder Monza. Dazu kamen Messen wie die ISPO in München, Tourismusmessen in Deutschland, Holland, England, Schweden. Immer mit dabei im Gepäck Schüttelbrot, Speck und Wein. Südtirol in Kombination mit diesen einfachen Geschenken war ein Türöffner par excellence“, erinnert sich Franz Wimmer heute noch gerne an seinen europaweiten Einsatz für das Schnalstal in den 1970er Jahren! Leider war die Entwicklung im Schnalstal nach der Jahrtausendwende wenig erfolgreich. Das führte bis 2013 so weit, dass die Zukunft der Gletscherbahn immer unsicherer wurde und sogar die Einstellung wie ein Damoklesschwert in der Luft hing.

aktuell 07/2017 11 zum Trainingszentrum Zwei Direktoren – ein klares Ziel Schnals muss zurück zu altem Glanz! Mit dieser Devise sorgten die neuen Investoren wieder für Hoffnung im gesamten Schnalstal. Elmar Pichler Rolle erinnert sich: „Vor vier Jahren war die Lage in Schnals sehr angespannt, denn niemand wusste so recht, wie es weitergehen würde“, und fügt hinzu: „Jetzt sind die Weichen gestellt, die Aufbruchstimmung ist spürbar.“ Pichler Rolle kam damals aus der Landespolitik – sozusagen als Quereinsteiger in die private Wirtschaft. Ihm oblag es, zusammen mit den neuen Eigentümern, der Athesia AG und den Vereinigten Bergbahnen aus Innsbruck, die Schnalser Krisenlage zu meistern. Vor wenigen Wochen hat Pichler Rolle nach über drei Jahren die Direktion der Schnalstaler Gletscherbahn an Michele Prota übergeben, einem Juristen, der sieben Jahre im Amt für Seilbahnen des Landes arbeitete und auch Mitglied in der internationalen Seilbahnvereinigung OITAF ist. Weiteren Ausbau vorantreiben Michele Prota will den Weg der Konsolidierung konsequent weitergehen, und die neue Umlaufbahn auf Lazaun kommt dabei wie gerufen. „Diese Anlage bringt nicht nur Skifahrer in kürzerer Fahrzeit und viel bequemer nach Lazaun, sondern auch Rodler, Langläufer und Wanderer“, erklärt Prota. Der Ausbau einer der beiden Lazaunpisten ist derzeit bereits auf dem Weg der Genehmigung. Sie soll renntauglich gemacht werden, was dann vor allem in der Vorsaison auf eine rege Nachfrage stoßen dürfte. Im Sommer 2018 soll die Gletscherseite über eine Skiverbindung an die Lazaunseite angeschlossen werden, und es wird auch am Projekt gearbeitet, um umgekehrt auch den Rückweg von Lazaun hin zur Gletscherseite zu ermöglichen, ohne dass Skifahrer diese Distanzen, wie es heute der Fall ist, zu Fuß bewältigen müssen. Neben der Skiverbindung soll auch das letzte Teilstück der Talabfahrt vom Gletscher neu gestaltet werden, was gleichzeitig auch den Sessellift Roter Kofel aufwertet. Dieser wird von einem reinen Zubringerlift zu einer Anlage mit Wiederholungsfahrten. Ex-Direktor Elmar Pichler Rolle mit dem neuen Direktor Michele Prota Die Trendwende wurde geschafft „Michele Prota bekommt ein schönes Aufgabenpaket mit auf den Weg, aber auch ich hatte meines zu tragen“, scherzt Pichler Rolle beim Termin mit dem Magazin „Radius“. Der 57-jährige wird weiterhin beratend für die Gletscherbahn tätig sein. Prota indes arbeitet als neuer Gletscherbahn- Direktor am Sommerprogramm, denn er ist davon überzeugt, dass der Schnalstaler Gletscher mit der Fundstelle des Ötzi gerade in der warmen Jahreszeit viel abrufbares Potenzial hat: „Der Einstieg der Athesia AG mit Michl Ebner an der Spitze und der Familie Schröcksnadel hat die Trendwende herbeigeführt, und diesmal wird das Schnalstal die Chance nutzen“, gibt sich Prota optimistisch. Schnalstaler Gletscher 9 Monate Skigenuss Kurzras 111 • www.schnalstal.com

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